Fußchirurgie

Im Laufe unseres Lebens tragen unsere Füße unser gesamtes Körpergewicht und wir bewältigen durchschnittlich eine Gehstrecke von ca. 160.000 km (4x Erdumrundung!). Dabei gehen wir überwiegend in einengenden Schuhen und nur wenig barfuß und meistens auf hartem Untergrund. Dazu kommen z.T. hohe sportliche Belastungen über viele Jahre.

Diese hohen Dauerbelastungen erklären, dass mit zunehmendem Alter generell Fußbeschwerden und im speziellen Fuß- und Vorfuß-Fehlstellungen zunehmen. Bereits bestehende angeborene Fehstellungen und familiäre Prädispositionen können diesen Prozess begünstigen. Daraus ergibt sich die hohe Anzahl von behandlungs- und operationspflichtigen Fuß-Operationen: Korrektur-Eingriffe des Vorfußes gehören zu den häufigsten orthopädischen Operationen.

Durch die hohe statische Dauer- und Fehlbelastung können sich allmählich Formveränderungen entwickeln, die vor allem im Vorfußbereich schmerzhafte Folgen nach sich ziehen können. Generell, aber nicht in jedem Fall zwingend vorhanden, ist die Ausbildung eines Spreizfußes mit Verbreiterung des Vorfußes und Tiefertreten der Mittelfußknochen die gemeinsame Ursache für die Beschwerdeentwicklung und die zunehmende Fehlstellung der Zehen. Die häufigste Fehlstellung ist der Hallux valgus ("Ballenzehe"), die zu den Kleinzehen hin abgewinkelte Großzehe. Der Hallux valgus geht häufig mit einem schmerzhaft entzündeten Ballen einher. Des Weiteren können sich schmerzhafte und bewegungseinschränkende Arthrosen, vor allem im Großzehen-Grundgelenk, aber auch an allen anderen Gelenken des Fußes, ausbilden. Die Kleinzehen können sich in Form der Krallen-, Klauen- und Hammerzehen verändern. Dazu kommen schmerzhafte Schwielbildungen unter der Fußsohle und an fehlgestellten Zehenanteilen. Ansonsten können sich im gesamten Fuß schmerzhafte Areale ausbilden, die zwingend im Vorfeld diagnostisch abgeklärt werden müssen.

Bei schmerzhaften Folgen der beschriebenen Fehlstellungen kann in der Regel nur korrigierend operativ eingegriffen werden. Da es sich bei diesen Eingriffen generell um komplexe Operationen handelt, die die Gesamtstatik des Fußes, den Gesundheitszustand und die Erwartungen der Patienten berücksichtigen müssen, bedarf es einer entsprechenden Erfahrung bezüglich Diagnostik, operativem Management und Auswahl des individuell erforderlichen Operationsverfahrens. Dabei kommen meistens kombinierte OP-Verfahren zur Anwendung, die die Fehlstellungen sowohl knöchern als auch weichteilmäßig korrigieren. Es gibt nicht die eine OP-Methode, um eine Fehlstellung in immer der gleichen Art und Weise zu korrigieren!

Folgende Operationen werden durch uns regelmäßig durchgeführt:

  • Spreizfuß-Deformitäten
  • Fehlstellungen der Großzehe (Hallux valgus, Hallux rigidus)
  • Krallen-, Klauen- und Hammerzehen
  • Schmerzhafte Mittelfuß-Köpfchen der Kleinzehen
  • Digitus varus der 5. Kleinzehe (sog. "Schneiderballen")
  • Arthrosen der Zehen- und Mittelfussgelenke
  • Überlange Zehen- und Mittelfußknochen
  • Schmerzhafte Schwielenbildung der Fußsohle und der Zehen
  • Nervenengpass-Syndrome (z.B. Morton-Neurom, Tarsaltunnel-Syndrom)
  • Plantarfasziitis (sog. "Fersensporn")

Der stationäre Aufenthalt nach einer fußchirurgischen Operation umfaßt ca. 2-4 Tage. Für ca. 4-6 Wochen müssen sie einen Spezialschuh (Vorfußentlastungsschuh) tragen, mit dem sie aber bereits voll belasten können. Ab der der zweiten Woche nach OP wird routinemäßig physiotherapeutisch mitbehandelt. Nach 6. Wochen können sie bei normalem Verlauf wieder weite normale Schuhe tragen, z.B. Sportschuh. Das implantierte Metall (Schrauben, Platten o.ä.) muss in der Regel nicht wieder entfernt werden. Lediglich bei störenden und druckschmerzhaften Matearialanteilen kann im Einzelfall eine Metallentfernung erforderlich werden.